Störung
DNS erklärt: Das steckt hinter plötzlichen Internet-Ausfällen

Ein DNS-Ausfall kann dazu führen, dass Websites trotz bestehender Internetverbindung vorübergehend nicht erreichbar sind.
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Viele Internet-Störungen liegen am eigenen Anschluss. Doch manchmal steckt ein DNS-Ausfall dahinter. Was dabei passiert, erklärt COMPUTER BILD.
Probleme beim Surfen kennen viele Nutzerinnen und Nutzer. Häufig liegt die Ursache am eigenen Internetanschluss oder an einer schlechten Mobilfunkverbindung. In seltenen Fällen steckt jedoch ein DNS-Ausfall dahinter. Dann lassen sich einzelne oder sogar viele Websites nicht mehr aufrufen, obwohl die Internetverbindung grundsätzlich funktioniert.
DNS ist das Telefonbuch des Internets
Das Domain Name System, kurz DNS, sorgt dafür, dass Domainnamen einer passenden IP-Adresse zugeordnet werden. Computer und Server sind über diese Zahlenfolgen eindeutig erreichbar. Weil sich solche Zahlen nur schwer merken lassen, geben Nutzerinnen und Nutzer stattdessen eine Internetadresse in den Browser ein. Das DNS übernimmt anschließend die Übersetzung. "Ein reiner DNS-Ausfall bedeutet, dass diese Übersetzungskette unterbrochen ist. Technisch gesehen können einzelne Server aufgrund von Defekten, punktueller Überlastung oder Netzproblemen unerreichbar werden", erklärt Saman Falahat, Pressesprecher der DENIC, im Gespräch mit den Kollegen von TECHBOOK.
Warum ein einzelner Server selten zum Problem wird
Das weltweite DNS besteht aus einem großen Netzwerk von Servern. Fällt ein einzelner davon aus, übernehmen in vielen Fällen andere Systeme seine Aufgaben. Deshalb bleiben viele Störungen für Nutzerinnen und Nutzer unbemerkt. Beim DNS-Ausfall im Mai 2026 lag die Ursache laut Saman Falahat jedoch nicht an einer fehlenden Verbindung der Nameserver. "Vielmehr waren die dort hinterlegten Daten technisch fehlerhaft. Das System lief also, aber die fehlerhaften Daten führten dazu, dass Namen nicht korrekt 'aufgelöst' und die dahinterliegenden Dienste somit nicht erreicht werden konnten." Nicht jede vorübergehend nicht erreichbare Website ist auf einen technischen Defekt zurückzuführen. Nach Angaben der DENIC können auch veraltete Kontaktdaten von Domaininhaberinnen und Domaininhabern, unbezahlte Rechnungen oder abgelaufene Sicherheitszertifikate dazu führen, dass Webseiten zeitweise nicht erreichbar sind.
Warum größere DNS-Ausfälle selten sind
Größere Störungen bei der Erreichbarkeit von .de-Domains sind selten. Nach Angaben der DENIC trat ein solcher Vorfall zuletzt im Mai 2010 auf. Dennoch lassen sich Ausfälle trotz umfangreicher Sicherheitsmaßnahmen nicht vollständig ausschließen. "Solche Ereignisse zeigen nur, dass trotz maximaler Sicherheitsvorkehrungen eine absolute, hundertprozentige Ausfallsicherheit in komplexen, dynamischen IT-Systemen nie gänzlich garantiert werden kann", betont Saman Falahat.
Um Störungen möglichst schnell zu beheben, überwacht die DENIC ihre Infrastruktur kontinuierlich. Registrieren die Systeme Auffälligkeiten, schlagen sie sofort Alarm. Anschließend arbeiten Spezialistinnen und Spezialisten nach festgelegten Abläufen zusammen, um die Ursache zu finden und den Betrieb wiederherzustellen. Nach jeder Störung wird geprüft, wie sich Fehler künftig früher erkennen und bestehende Prozesse weiter verbessern lassen. Zudem steht die DENIC nach eigenen Angaben im ständigen Austausch mit anderen Betreibern kritischer Internet-Infrastrukturen.



